13. September 2015 – Tag 41

Von Golinhac nach Conques

Mein heutiges Etappenziel ‚Conques’ gehört zu den ‚Plue beaux villages de France’, den schönsten Dörfern Frankreichs. Der altertümliche Ortskern mit seinen schmucken Häusern um die beeindruckende Klosterkirche Sainte-Foy vermitteln einen faszinierenden Eindruck von längst vergangenen Zeiten.

Im malerische Ort Conques
Das malerische Dorf Conques schmiegt sich zwischen steilen Abhängen mit üppiger Vegetation in ein verschwiegenes Tal

Die 22 km von Golinhac nach Conques waren angenehm zu laufen, besonders weil heute wieder die Sonne schien. Mein Traum von einem Einzelzimmer in einem kleinen, gemütlichen Hotel erfüllte sich leider nicht. Die Zimmer waren entweder schon belegt oder unbezahlbar. Die kirchliche Herberge direkt hinter der Abtei Sainte-Foy hat einen guten Ruf und so werde ich dort übernachtet. In einem 10-Bett-Zimmer schlafe ich diesmal direkt am Fenster. Ich kann es einen Spalt öffnen und hoffentlich gut schlafen.

Sorgen bereiten mir die fast 100 PilgerInnen, die in der Herberge übernachten. Wo die plötzlich herkommen ist mir ein Rätsel. Ich hatte erwartet, dass es nach Conques wieder ruhiger wird, da viele Kurzzeit-Pilger nur von Le Puy-en-Velay nach Conques wandern. Wenn morgen früh alle 100 Pilger auf dem Jakobsweg Richtung Spanien starten, wird die Suche nach einem Nachtquartier in den nächsten Tagen noch schwieriger und zeitaufwendiger.

Mittelschiff der Kirche Sainte-Foy
Das Mittelschiff der romanischen Klosterkirche Sainte-Foy (in Deutsch: Heilige Fides) in Conques. Ihre Gebeine wurden im Januar 866 nach einem Raub feierlich nach Conques gebracht und werden seitdem dort verehrt
Tympanon der Kirche Sainte-Foy
Das Tympanon des Eingangsportals der Kirche Sainte-Foy zeigt Christus in der Mandorla, darunter die Geretteten und die Verdammten