26. September 2015 – Tag 54

Von Condom nach Lamothe

Erst vor ein paar Tagen habe ich in einer Pilgerherberge übernachtet, die bis auf den letzten Platz belegt war. Heute hatte ich den Eindruck, fast allein durch ein leeres Südfrankreich zu stapfen. 16 km lagen zwischen den ersten beiden größeren Orten meiner Etappe und dazwischen war … nichts! Unterwegs Proviant einkaufen – unmöglich; die Wasserflaschen auffüllen – nur mit viel Glück.

Frisch gepflügte Felder
Braune, frisch gepflügte Felder bis zum Horizont

Heute bin ich durch sehr verschiede Landschaften gewandert. Erst an einem Fluss entlang, über dem dicke Nebelschwaden lagen; dann lange über eine Hochebene mit frisch gepflügten Feldern. Danach durch grüne, unendlich lange Baumtunnel, und später über Hügel mir Weinreben und gelegentlich ein paar Nadelbäumen, mit Silhouetten typisch für den Mittelmeerraum.

Über Allem lag ein weiter, blauer Himmel mit sich ständig ändernden Federwolken. Das nächste Bild entstand an der Grenze zwischen Wald und Weinberge; ich habe hier versucht, die ‚Himmelsstimmung’ einzufangen.

Unterwegs zwischen Condom und Lamothe
Stimmungsvolles ‚Wolkengemälde‘, irgendwo im Nirgendwo

Heute Nacht werde ich in einer Herberge in einem winzigen Dorf übernachten. Wir sind nur wenige und die Stimmung sehr herzlich. Die Herbergsmutter hat für uns gekocht; die Gespräche beim Abendessen über ‚Gott und die Welt’ waren ausgesprochen interessant.

Ein einmaliges Zusammentreffen von Menschen, die sich in dieser Konstellation wohl nie wiedersehen werden. Zufall … oder nicht?